Verreisen mit Unterwasser-Equipment – zwischen Vorfreude,
Technik und Gepäckwahnsinn

Unterwasserfotografie findet für mich nicht erst am Meer statt.

Der eigentliche Startschuss fällt oft schon Wochen vorher.

 

Noch bevor überhaupt an Kleidung gedacht wird, laufen im Kopf bereits die ersten Planungsrunden. Welche Airline passt am besten? Wie streng sind die Handgepäckgrenzen? Gibt es nationale Anschlussflüge? Und welche Überraschungen halten die jeweiligen Gepäckbestimmungen bereit?

 

Und vor allem:

 

„Wie bekomme ich das gesamte Equipment möglichst heil ans Ziel?“

 

Denn Unterwasserfotografie bedeutet nicht einfach nur eine Kamera mitzunehmen. Es bedeutet, ein komplettes empfindliches High-End-System um die Welt zu transportieren. Ein System aus Kamera, Aluminiumgehäuse, Domeports, Blitzsystemen, Armen, Akkus, Ladegeräten, Werkzeug, Ersatzteilen und unzähligen Kleinteilen.

 

Und spätestens an diesem Punkt entwickelt sich jede Reise schnell zu einer Mischung aus logistischer Planung, Nervenzusammenbruch und nerdigem Perfektionismus.

 

Urlaub? Zunächst Eher kontrollierter Ausnahmezustand

 

Viele Menschen verbinden Reisen mit Vorfreude, Entspannung und dem Gedanken an Urlaub. Bei mir beginnt dagegen oft zuerst das große Rechnen.

 

Internationale Flüge erlauben vielleicht noch zwei Gepäckstücke mit jeweils 23 kg oder manchmal sogar 30 kg Freigepäck. Der anschließende nationale Inlandsflug interessiert sich dafür allerdings oft herzlich wenig. Dort gelten plötzlich völlig andere Regeln, teilweise deutlich strengere Grenzen – und genau dann beginnt das eigentliche Problem.

 

Dann steht plötzlich ein großes Peli Air Case mit Unterwassertechnik vor mir, sauber organisiert, perfekt gepolstert und trotzdem bei 25 kg Gesamtgewicht. Die Airline erlaubt allerdings nur 23 kg.

 

Gleichzeitig weiß ich aber genau:

Eigentlich kann nichts zuhause bleiben.

 

Denn Unterwasserfotografie besteht nicht aus „nice to have“-Equipment.

 

Das Unterwassergehäuse braucht seinen Domeport. Die Blitze müssen mit. Die Arme ebenfalls. Das Vakuumsystem sowieso. Ersatzteile ebenfalls. Ladegeräte sind Pflicht. Werkzeug ebenfalls. Und plötzlich diskutiert man ernsthaft darüber, ob man lieber Kleidung reduziert oder versucht, irgendwo noch zwei Kilogramm Reserve herauszuquetschen.

 

Das Absurde daran:
Während andere Menschen Kleidung einpacken, sitze ich teilweise mit Airline-Tabellen, Gepäckrechnern und Gewichtslisten am Rechner und versuche herauszufinden, welche Kombination aus Airlines überhaupt noch sinnvoll und bezahlbar funktioniert.

 

Denn manchmal scheitert eine Airline schlicht daran, dass sie nur 7 kg Handgepäck erlaubt. Die Alternative kostet dann plötzlich 150 Euro mehr pro Person – und genau dort beginnt zuhause meistens die erste Diskussion.

 

 

 

Willkommen im Handgepäck-Wahnsinn

 

Parallel zum Aufgabegepäck liegt natürlich noch das eigentliche Kamerasystem bereit: die Olympus OM-D E-M1 Mark III, das 8 mm Fisheye, das 7–14 mm Ultraweitwinkel, das 12–40 mm, das 90 mm Makro und manchmal optional sogar noch das 40–150 mm.

 

Und plötzlich stehen dort schnell über 8 kg Kamera- und Objektivgewicht bereit, während manche Airlines offiziell nur 7 kg Handgepäck erlauben.

 

Spätestens an diesem Punkt wird aus Reisevorbereitung eine Mischung aus Logistik, Strategie und Improvisation.

 

Denn neben Kamera und Objektiven müssen natürlich auch Akkus transportiert werden. Und davon gibt es bei der Unterwasserfotografie nicht gerade wenige: Kameraakkus, Blitzakkus, Akkus für Videolampen und teilweise zusätzlich noch Akkus für Tauchlampen. Gleichzeitig möchten Airlines möglichst wenig Lithium-Akkus sehen – zumindest solange alles noch im Rahmen bleibt.

 

Irgendwann folgt daher die Phase, in der man versucht, das Gewicht möglichst intelligent zu verteilen.

 

Ein Teil meines Handgepäcks findet inzwischen eher in meiner Anglerweste als im eigentlichen Rucksack seinen Platz. Anders wäre das Gewicht teilweise kaum noch realistisch unterzubringen.

 

Und genau dort nimmt die heimische Gepäckplanung regelmäßig eine interessante Wendung.

Denn spätestens wenn ich meiner Partnerin zusätzliche Objektive, Akkus oder anderes Kameraequipment ins Handgepäck umschichten möchte, bekomme ich regelmäßig die rote Karte gezeigt.

 

Meine Argumentation lautet dann meistens:

„Du willst doch später auch mit den Bildern auf Instagram oder Facebook glänzen.“

 

Die Überzeugungskraft dieses Satzes hält sich in Stresssituationen allerdings überraschend stark in Grenzen.

Vor allem dann, wenn ich zum dritten Mal das Gepäck neu sortiere oder internationale Handgepäcklimits miteinander vergleiche.

 

 

Principessa Giulia di Isotta

 

Irgendwann bekommen Teile des Equipments automatisch Namen.

 

Mein Isotta-Housing trägt inzwischen den Namen:

„Principessa Giulia di Isotta“

 

Meistens einfach nur:

„Die Giulia“.

 

Bei einem Ferrari-roten italienischen Unterwassergehäuse erschien mir irgendwann alles andere schlicht unpassend.

 

Die Olympus selbst heißt dagegen nur:

„die Oly“.

 

Rechnet man meine Partnerin noch dazu, reise ich inzwischen meistens mit einer ganzen Horde Frauen durch die Gegend.
 

Und unter uns:

Alle verursachen irgendwann Diskussionen beim Gepäck.

 

 

Hauptsache alles kommt maximal heile an

 

Mein persönliches Motto lautet inzwischen:

"Hauptsache alles kommt maximal heile an."

 

Und genau an diesem Punkt bekomme ich zuhause regelmäßig zu hören:

 

„Du übertreibst es wieder maßlos.“


oder:

 

„Du spinnst ja komplett.“

 

Ganz ehrlich:
Vielleicht stimmt das sogar ein bisschen.

 

Aber wer schon einmal mehrere tausend Euro Unterwassertechnik transportiert hat, weiß sehr schnell, warum viele Unterwasserfotografen irgendwann anfangen, fast paranoid zu planen.

 

Salzwasser verzeiht wenig. Ein beschädigter Domeport kann eine komplette Reise ruinieren. Ein defektes Ladegerät unter Umständen ebenfalls. Und Ersatzteile bekommt man an vielen Orten schlicht nicht.

 

Deshalb transportiere ich mein Unterwassergehäuse – soweit möglich – in speziell angepassten Peli Air Cases mit individuell zugeschnittenen Schaumstoffeinlagen.

Jedes Teil bekommt dort seinen festen Platz. Nichts darf verrutschen. Nichts darf Druck bekommen. Nichts darf gegeneinander schlagen. Tetris in 3D.

 

Wer selbst keine Unterwasserfotografie betreibt, hält diesen Aufwand oft für völlig überzogen.

 

Für mich ist es dagegen der Versuch, die empfindliche Technik möglichst sicher durch Flughäfen, Gepäckbänder, Transfers und Inlandsflüge zu bringen.

 

Wenn die Airline-Regeln oder die Gepäcksituation keine Cases erlauben, beginnt die Improvisation.

 

Dann wandert das Housing notgedrungen gepolstert ins Handgepäck. Kamera und Objektive verteilt meine bessere Hälfte zusätzlich auf ihren Rucksack – zumindest theoretisch.

 

spätestens an diesem Punkt bekommt meine Nerdigkeit zuhause meist endgültig die rote Karte gezeigt.

 

 

Expedition statt Urlaub

 

Mit der Zeit entwickelt Unterwasserfotografie auf Reisen fast schon etwas von einer kleinen Expedition.

 

Neben Kamera und Objektiven reisen inzwischen viele Dinge doppelt mit. Ladegeräte, Kabel, Adapter, Kleinteile oder Ersatzakkus liegen oft mehrfach im Gepäck.

 

Nicht weil ich paranoid bin.

 

Sondern weil ein defektes Ladegerät auf manchen Inseln schlicht das sofortige Ende der Unterwasserfotografie bedeuten kann. Ersatz bekommt man dort Meistens nicht. Und genau deshalb entsteht irgendwann automatisch dieses Denken in Backup-Systemen, Redundanz und maximaler Absicherung.

 

Von außen wirkt das schnell komplett übertrieben.

 

Unter Wasser ergibt plötzlich alles erstaunlich viel Sinn.

 

Zusätzlich reise ich grundsätzlich immer mit meiner eigenen Tauchausrüstung. Nicht nur wegen Komfort oder Gewohnheit. Sondern weil ich mich unter Wasser vollständig auf mein Equipment verlassen möchte. Gerade wenn gleichzeitig empfindliche Kameratechnik genutzt wird, möchte ich nicht zusätzlich noch mit schlecht sitzenden Leihjackets, ungewohnten Atemreglern oder fragwürdiger Tarierung kämpfen müssen.

 

Auch das erhöht natürlich wieder Gewicht, Organisation und Aufwand.

 

Und dann geht es endlich ins Wasser

 

Viele denken:

Ist das Equipment erst einmal angekommen, kann der Urlaub beginnen.

 

Die Realität sieht etwas anders aus.

 

Nach jedem Tauchtag folgt ein festes Ritual aus Spülen, Trocknen, Akkus laden, O-Ringe kontrollieren, Kontakten prüfen und Equipment organisieren. Domeports erhalten sofort ihre Schutzabdeckungen. Das Gehäuse liegt nie einfach irgendwo herum. Akkus hängen gefühlt dauerhaft an Ladegeräten. Gleichzeitig kämpfen Unterwasserfotografen gegen Feuchtigkeit, Hitze, Salzwasser und manchmal auch gegen die etwas chaotischen Bedingungen auf kleinen Tauchbooten.

 

Und trotzdem gehört genau das dazu.

 

Denn am nächsten Morgen steht bereits der nächste Tauchgang bevor. Die Ausrüstung wird erneut vorbereitet, Kameras eingerichtet und Akkus kontrolliert. Alles mit

der Hoffnung, dass irgendwo unter Wasser genau dieser eine Moment wartet, für den sich der gesamte Aufwand plötzlich lohnt.

 

Für mich ist das Urlaub pur.

 

 

Warum man das trotzdem immer wieder macht

 

Trotz aller Planung, trotz Airline-Stress, trotz Gepäckdiskussionen und trotz der permanenten Sorge um empfindliche Technik gibt es diese Momente, die alles relativieren.

 

Wenn Lichtstrahlen durchs Wasser fallen.

Wenn ein Fisch plötzlich perfekt durchs Bild zieht.

Wenn unter Wasser für einen kurzen Augenblick absolute Ruhe entsteht.
Oder wenn man später zuhause ein Bild betrachtet und plötzlich wieder genau weiß, wie sich dieser Moment angefühlt hat.

 

Genau dafür nimmt man all diesen Aufwand immer wieder gerne in Kauf.

 

Denn Unterwasserfotografie besteht nicht nur aus Technik.

 

Sie besteht aus Leidenschaft, Geduld, Planung, einer gewissen Portion Wahnsinn – und manchmal eben auch aus leicht eskalierendem Handgepäckmanagement.

 

Verreisen mit Unterwasser-Equipment
zwischen Vorfreude, Technik und Gepäckwahnsinn

Unterwasserfotografie findet für mich nicht erst am Meer statt. Der eigentliche Startschuss fällt oft schon Wochen vorher.

 

Noch bevor überhaupt an Kleidung gedacht wird, laufen im Kopf bereits die ersten Planungsrunden. Welche Airline passt am besten? Wie streng sind die Handgepäckgrenzen? Gibt es nationale Anschlussflüge? Und welche Überraschungen halten die jeweiligen Gepäckbestimmungen bereit?

 

Und vor allem:

 

„Wie bekomme ich das gesamte Equipment möglichst heil ans Ziel?“

 

Denn Unterwasserfotografie bedeutet nicht einfach nur eine Kamera mitzunehmen. Es bedeutet, ein komplettes empfindliches High-End-System um die Welt zu transportieren. Ein System aus Kamera, Aluminiumgehäuse, Domeports, Blitzsystemen, Armen, Akkus, Ladegeräten, Werkzeug, Ersatzteilen und unzähligen Kleinteilen.

 

Und spätestens an diesem Punkt entwickelt sich jede Reise schnell zu einer Mischung aus logistischer Planung, Nervenzusammenbruch und nerdigem Perfektionismus.

 

Urlaub? Zunächst Eher kontrollierter Ausnahmezustand

 

Viele Menschen verbinden Reisen mit Vorfreude, Entspannung und dem Gedanken an Urlaub. Bei mir beginnt dagegen oft zuerst das große Rechnen.

 

Internationale Flüge erlauben vielleicht noch zwei Gepäckstücke mit jeweils 23 kg oder manchmal sogar 30 kg Freigepäck. Der anschließende nationale Inlandsflug interessiert sich dafür allerdings oft herzlich wenig. Dort gelten plötzlich völlig andere Regeln, teilweise deutlich strengere Grenzen – und genau dann beginnt das eigentliche Problem.

 

Dann steht plötzlich ein großes Peli Air Case mit Unterwassertechnik vor mir, sauber organisiert, perfekt gepolstert und trotzdem bei 25 kg Gesamtgewicht. Die Airline erlaubt allerdings nur 23 kg.

 

Gleichzeitig weiß ich aber genau:

Eigentlich kann nichts zuhause bleiben.

 

Denn Unterwasserfotografie besteht nicht aus „nice to have“-Equipment.

 

Das Unterwassergehäuse braucht seinen Domeport. Die Blitze müssen mit. Die Arme ebenfalls. Das Vakuumsystem sowieso. Ersatzteile ebenfalls. Ladegeräte sind Pflicht. Werkzeug ebenfalls. Und plötzlich diskutiert man ernsthaft darüber, ob man lieber Kleidung reduziert oder versucht, irgendwo noch zwei Kilogramm Reserve herauszuquetschen.

 

Das Absurde daran:
Während andere Menschen Kleidung einpacken, sitze ich teilweise mit Airline-Tabellen, Gepäckrechnern und Gewichtslisten am Rechner und versuche herauszufinden, welche Kombination aus Airlines überhaupt noch sinnvoll und bezahlbar funktioniert.

 

Denn manchmal scheitert eine Airline schlicht daran, dass sie nur 7 kg Handgepäck erlaubt. Die Alternative kostet dann plötzlich 150 Euro mehr pro Person – und genau dort beginnt zuhause meistens die erste Diskussion.

 

 

 

Willkommen im Handgepäck-Wahnsinn

 

Parallel zum Aufgabegepäck liegt natürlich noch das eigentliche Kamerasystem bereit: die Olympus OM-D E-M1 Mark III, das 8 mm Fisheye, das 7–14 mm Ultraweitwinkel, das 12–40 mm, das 90 mm Makro und manchmal optional sogar noch das 40–150 mm.

 

Und plötzlich stehen dort schnell über 8 kg Kamera- und Objektivgewicht bereit, während manche Airlines offiziell nur 7 kg Handgepäck erlauben.

 

Spätestens an diesem Punkt wird aus Reisevorbereitung eine Mischung aus Logistik, Strategie und Improvisation.

 

Denn neben Kamera und Objektiven müssen natürlich auch Akkus transportiert werden. Und davon gibt es bei der Unterwasserfotografie nicht gerade wenige: Kameraakkus, Blitzakkus, Akkus für Videolampen und teilweise zusätzlich noch Akkus für Tauchlampen. Gleichzeitig möchten Airlines möglichst wenig Lithium-Akkus sehen – zumindest solange alles noch im Rahmen bleibt.

 

Irgendwann folgt daher die Phase, in der man versucht, das Gewicht möglichst intelligent zu verteilen.

 

Ein Teil meines Handgepäcks findet inzwischen eher in meiner Anglerweste als im eigentlichen Rucksack seinen Platz. Anders wäre das Gewicht teilweise kaum noch realistisch unterzubringen.

 

Und genau dort nimmt die heimische Gepäckplanung regelmäßig eine interessante Wendung.

Denn spätestens wenn ich meiner Partnerin zusätzliche Objektive, Akkus oder anderes Kameraequipment ins Handgepäck umschichten möchte, bekomme ich regelmäßig die rote Karte gezeigt.

 

Meine Argumentation lautet dann meistens:

„Du willst doch später auch mit den Bildern auf Instagram oder Facebook glänzen.“

 

Die Überzeugungskraft dieses Satzes hält sich in Stresssituationen allerdings überraschend stark in Grenzen.

Vor allem dann, wenn ich zum dritten Mal das Gepäck neu sortiere oder internationale Handgepäcklimits miteinander vergleiche.

 

 

Principessa Giulia di Isotta

 

Irgendwann bekommen Teile des Equipments automatisch Namen.

 

Mein Isotta-Housing trägt inzwischen den Namen:

„Principessa Giulia di Isotta“

 

Meistens einfach nur:

„Die Giulia“.

 

Bei einem Ferrari-roten italienischen Unterwassergehäuse erschien mir irgendwann alles andere schlicht unpassend.

 

Die Olympus selbst heißt dagegen nur:

„die Oly“.

 

Rechnet man meine Partnerin noch dazu, reise ich inzwischen meistens mit einer ganzen Horde Frauen durch die Gegend.
 

Und unter uns:

Alle verursachen irgendwann Diskussionen beim Gepäck.

 

 

Hauptsache alles kommt maximal heile an

 

Mein persönliches Motto lautet inzwischen:

"Hauptsache alles kommt maximal heile an."

 

Und genau an diesem Punkt bekomme ich zuhause regelmäßig zu hören:

 

„Du übertreibst es wieder maßlos.“


oder:

 

„Du spinnst ja komplett.“

 

Ganz ehrlich:
Vielleicht stimmt das sogar ein bisschen.

 

Aber wer schon einmal mehrere tausend Euro Unterwassertechnik transportiert hat, weiß sehr schnell, warum viele Unterwasserfotografen irgendwann anfangen, fast paranoid zu planen.

 

Salzwasser verzeiht wenig. Ein beschädigter Domeport kann eine komplette Reise ruinieren. Ein defektes Ladegerät unter Umständen ebenfalls. Und Ersatzteile bekommt man an vielen Orten schlicht nicht.

 

Deshalb transportiere ich mein Unterwassergehäuse – soweit möglich – in speziell angepassten Peli Air Cases mit individuell zugeschnittenen Schaumstoffeinlagen.

 

Jedes Teil bekommt dort seinen festen Platz. Nichts darf verrutschen. Nichts darf Druck bekommen. Nichts darf gegeneinander schlagen. Tetris in 3D.

 

Wer selbst keine Unterwasserfotografie betreibt, hält diesen Aufwand oft für völlig überzogen.

 

Für mich ist es dagegen der Versuch, die empfindliche Technik möglichst sicher durch Flughäfen, Gepäckbänder, Transfers und Inlandsflüge zu bringen.

 

Wenn die Airline-Regeln oder die Gepäcksituation keine Cases erlauben, beginnt die Improvisation.

 

Dann wandert das Housing notgedrungen gepolstert ins Handgepäck. Kamera und Objektive verteilt meine bessere Hälfte zusätzlich auf ihren Rucksack – zumindest theoretisch.

 

spätestens an diesem Punkt bekommt meine Nerdigkeit zuhause meist endgültig die rote Karte gezeigt.

 

 

Expedition statt Urlaub

 

Mit der Zeit entwickelt Unterwasserfotografie auf Reisen fast schon etwas von einer kleinen Expedition.

 

Neben Kamera und Objektiven reisen inzwischen viele Dinge doppelt mit. Ladegeräte, Kabel, Adapter, Kleinteile oder Ersatzakkus liegen oft mehrfach im Gepäck.

 

Nicht weil ich paranoid bin.

 

Sondern weil ein defektes Ladegerät auf manchen Inseln schlicht das sofortige Ende der Unterwasserfotografie bedeuten kann. Ersatz bekommt man dort Meistens nicht. Und genau deshalb entsteht irgendwann automatisch dieses Denken in Backup-Systemen, Redundanz und maximaler Absicherung.

 

Von außen wirkt das schnell komplett übertrieben.

 

Unter Wasser ergibt plötzlich alles erstaunlich viel Sinn.

 

Zusätzlich reise ich grundsätzlich immer mit meiner eigenen Tauchausrüstung. Nicht nur wegen Komfort oder Gewohnheit. Sondern weil ich mich unter Wasser vollständig auf mein Equipment verlassen möchte. Gerade wenn gleichzeitig empfindliche Kameratechnik genutzt wird, möchte ich nicht zusätzlich noch mit schlecht sitzenden Leihjackets, ungewohnten Atemreglern oder fragwürdiger Tarierung kämpfen müssen.

 

Auch das erhöht natürlich wieder Gewicht, Organisation und Aufwand.

 

Und dann geht es endlich ins Wasser

 

Viele denken:

Ist das Equipment erst einmal angekommen, kann der Urlaub beginnen.

 

Die Realität sieht etwas anders aus.

 

Nach jedem Tauchtag folgt ein festes Ritual aus Spülen, Trocknen, Akkus laden, O-Ringe kontrollieren, Kontakten prüfen und Equipment organisieren. Domeports erhalten sofort ihre Schutzabdeckungen. Das Gehäuse liegt nie einfach irgendwo herum. Akkus hängen gefühlt dauerhaft an Ladegeräten. Gleichzeitig kämpfen Unterwasserfotografen gegen Feuchtigkeit, Hitze, Salzwasser und manchmal auch gegen die etwas chaotischen Bedingungen auf kleinen Tauchbooten.

 

Und trotzdem gehört genau das dazu.

 

Denn am nächsten Morgen steht bereits der nächste Tauchgang bevor. Die Ausrüstung wird erneut vorbereitet, Kameras eingerichtet und Akkus kontrolliert. Alles mit

der Hoffnung, dass irgendwo unter Wasser genau dieser eine Moment wartet, für den sich der gesamte Aufwand plötzlich lohnt.

 

Für mich ist das Urlaub pur.

 

 

Warum man das trotzdem immer wieder macht

 

Trotz aller Planung, trotz Airline-Stress, trotz Gepäckdiskussionen und trotz der permanenten Sorge um empfindliche Technik gibt es diese Momente, die alles relativieren.

 

Wenn Lichtstrahlen durchs Wasser fallen.

Wenn ein Fisch plötzlich perfekt durchs Bild zieht.

Wenn unter Wasser für einen kurzen Augenblick absolute Ruhe entsteht.
Oder wenn man später zuhause ein Bild betrachtet und plötzlich wieder genau weiß, wie sich dieser Moment angefühlt hat.

 

Genau dafür nimmt man all diesen Aufwand immer wieder gerne in Kauf.

 

Denn Unterwasserfotografie besteht nicht nur aus Technik.

 

Sie besteht aus Leidenschaft, Geduld, Planung, einer gewissen Portion Wahnsinn – und manchmal eben auch aus leicht eskalierendem Handgepäckmanagement.